Das E-Bike-Jahr 2021 – komplett verrückt!

Der Frühling kommt und für viele wächst der Wunsch, ein schönes, neues E-Bike zu kaufen. Also ab in das nächste Fahrradgeschäft und das passende Rad aussuchen. Dies könnte in diesem Jahr komplett anders laufen. Warum?

Das Corona Jahr 2020 war, auch für die Fahrradbranche, ein extrem besonderes Jahr. Zunächt ein Lockdown, danach, nach Wiedereröffnung der Geschäfte, brach eine Flut von kaufbegeisterten Menschen in die Geschäfte. Ende des Jahres waren die meisten E-Bikes ausverkauft. Letzlich war Fahrradfahren eine der wenigen Freizeit- Beschäftigungen, die letztes Jahr noch möglich waren. Was passiert nun in diesem Jahr?

Die weltweite Nachfrage boomt
Und zwar weltweit. Das bringt die Produktionsbetriebe an ihre Grenzen. Ein Fahrrad besteht bekanntlich aus unterschiedlichen Komponenten von verschiedenen Zulieferern. Viele Teile werden weltweit nur von wenigen Herstellern produziert. Durch die gestiegene Nachfrage können die Betriebe manche Bestellungen nicht mehr zeitgenau abarbeiten. Auf manche Komponenten gibt es mittlerweile Wartezeiten von rund einem Jahr, auch weil Rohstoffe fehlen.

Eingeschränkte Produktionkapazitäten
E-Bike Hersteller müssen in Corona Zeiten ihre Mitarbeiter schützen und haben deshalb Schwierigkeiten, auf vergleichbare oder sogar größere Produktionszahlen zu kommen. In einigen Fällen werden sogar Gruppen von Mitarbeitern gebildet, die sich nicht begegnen dürfen, um die Ansteckungsgefahr zu veringern.

Die aktuelle Situation in Asien
Der asiatische Raum ist für die Fahrradproduktion immer einen Blick wert. Hier wird ein Großteil der Teile und Rahmen gefertigt. Corona ist auch dort ein bestimmendes Thema, aber die Zahlen sind vergleichsweise geringer als in der EU. Die dortige Regierung geht strikter gegen das Virus vor und riegelt betroffene Gebiete rigoros ab.

Logistik und Transport
Das chinesische Neujahrsfest bedeutet auch, dass die Logistik in China für eine Woche ruht. Dabei ist die Transportkette von Asien nach Europa seit letztem Frühjahr stark belastet und der Warenverkehr immer noch eingeschränkt. Der Transport eines Containers, die im letzten Jahr noch ca. 1500 € kostete, liegtinzwischen durch den Engpass um die 8000 €. Dies wird sich auf die Fahrradpreise auswirken. Schnäppchen wird es in diesem Jahr weniger geben.

Extrem gestiegene Vororder Bestellungen
Bedingt durch den Anstieg der Verkaufszahlen im letzten Jahr haben die Händler Ende des letzten Jahres wesentlich größere Bestellungen an die Hersteller abgegeben, was die angespannte Situation zusätzlich belastet.

Ausblick – was ist zu tun?
Wer sein Wunschrad oder E-Bike haben möchte, sollte sich frühzeitig damit beschäftigen oder auch längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Der Bestand im Handel ist aktuell niedrig, Ware kann schnell vergriffen sein.